
Wir sind Micha, Wiebke und Sarah und forschen an der Universität Koblenz. Auf dieser Seite findest du unseren Reflexionskurs „Kultur in ländlichen Räumen mit allen“.
Kultur in ländlichen Räumen ist vielfältig. Drei Jahre hat unser Team in drei Regionen über 600 Fotografien gesammelt: Zu sehen sind Wanderungen, Kirmesauftritte, Putzaktionen oder Trecker-Kino. Menschen begegnen sich auf dem Hof, dem Marktplatz, im Museum oder der Eisdiele. Es gibt Blaskapellen und Rock-Festivals, Kunstgalerien und Hobby-Malkurse. Viele der Angebote werden von Engagierten in ihrer Freizeit umgesetzt – mit Herzblut für ihren Ort, die Region und das Gemeinwesen. Etliche Profis begleiten sie dabei oder fügen Eigenes hinzu.
Auch die ländliche Bevölkerung an sich ist so vielfältig: In jedem Ort ist die Mischung aus Kategorien wie Alter, Gender oder Behinderung unterschiedlich. Oft genug hörten wir aber trotzdem den Satz: Warum kommt denn niemand Neues, wir sind doch für alle offen?
Zum Begriff „Gender“…
Wir benutzen den Begriff Gender in Abgrenzung zu dem Begriff Geschlecht, um zu verdeutlichen, dass die Geschlechtszugehörigkeit eines Menschen durch Sozialisation beeinflusst wird und ein soziales Konstrukt darstellt.
Wie kommen wir zu mehr Vielfalt im Engagement für Kultur?
In unserer Forschung (Gespräche, Besuche vor Ort, Workshops, Foto-Analysen) wurde klar, dass die vorhandene Vielfalt in ländlichen Räumen nicht immer bedeutet, dass auch wirklich viele Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven beteiligt und angesprochen sind. Schon die Wahl des Ortes oder der Uhrzeiten kann es für manche schwerer machen, sich zu engagieren, z.B. wenn man mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung lebt und mehr Pausen braucht. Wie würde eine Vorstandssitzung aussehen, die sich daran anpasst?
Wir wollen dir Mut machen! In kleinen Orten sind die Wege kurz, die Menschen kennen sich, und vieles lässt sich miteinander anstoßen. Wenn Barrieren erkannt werden, können kreative, individuelle Lösungen gefunden werden. In Zeiten, in denen Vielfalt und Demokratie unter Druck geraten, kommt es auf dein Engagement für Vielfalt besonders an.
